Michas Astroseite
  Quickcam vs LPI
 
Logitech Quickcam pro 4000
vs
Meade LPI

Für das Erstellen der Astrobilder nutze ich zwei Kameras, die sich doch sehr voneinander unterscheiden: Die LPI von Meade, eigens für die Astronomie gebaut, und die Quickcam pro von Logitech, eine stinknormale Webcam für Chatprogramme, die es aber in sich hat.
Daher ein kleiner Vergleich der beiden Kameras.


Die Logitech Quickcam

Technische Daten:

  • Sensor: 1/4" Sony ICX098BQ oder Sharp LZ24BP CCD
  • Bildgröße: 3,87mm x 2,82mm
  • Interne effektive Auflösung: 659 x 494 Pixel
  • Maximale externe Auflösung: 640 x 480 Pixel
  • Pixelgröße: 5,6 x 5,6 µm
  • Einstellbare Belichtungszeit: 1/10000s - 0,2s
  • Maximal nutzbare Framerate: 15fps
An den technischen Daten sieht man schon das Hauptproblem der Quickcam pro 4000: War bei der pro 3000 in jedem Fall ein Sony - CCD verbaut, so ist das bei der 4000´er nicht der Fall. Bei der Quickcam pro 4000 kann ein Sharp - CCD verbaut sein, der zwar Pinkompatibel zum Sony ist, sich aber auf Grund seiner niedrigeren  Lichtempfindlichkeit nur bedingt für die Astronomie eignet.
Welcher CCD verbaut wurde ist nur durch einen Blick auf Chip zu erkennen. Unter "Links" habe ich eine gute (aber englische) Seite eingetragen, die dieses Problem gut erklärt.
Hat man eine Quickcam mit Sony - CCD, so ist diese in ihrer Leistung praktisch gleichauf mit der Philips ToUcam pro PCVC 740k.
Ein weiteres Problem ist der Umbau auf Langzeitbelichtung.
Von der elektronischen Seite ist dies kein Problem, da die DSP - Platine fast identisch zur ToUcam ist. Problematisch wird es wieder beim CCD, da dieser im Gegensatz zur Philips durchkontaktiert verlötet ist ( Signalleitungen auf Vorder - und Rückseite der Platine ). So ist das Auslöten des CCD etwas problematischer. Allerdigs sitzt der CCD schon auf einer Art Kühlkörper, an welchen man Kühlfinger für die Chipkühlung anlöten kann.
Die Quickcam arbeitet treibermäßig sauber mit allen Betriebssystemen zusammen, da habe ich noch keine Probleme gehabt.
Ein großer Vorteil der Quickcam ist ihr Gebrauchtmarktpreis, da sie in der Amateurastronomie nicht so bekannt ist wie die ToUcam.
Ein weiterer Vorteil ist das Objektiv, welches zweigeteilt ist. Der IR-Sperrfilter kann vom Objektiv abgeschraubt und wieder vor den Bildsensor angebracht werden




Die Meade LPI

Technische Daten:

  • Sensor: 1/3"  Hynix HV7131E1 CMOS
  • Bildgröße: 5,18mm x 3,90 mm
  • Interne effektive Auflösung: 644 x 484 Pixel
  • Maximale externe Auflösung: 640 x 480 Bildpunkte
  • Pixelgröße: 8,0 x 8,0 µm
  • Einstellbare Belichtungszeit: 1/1000s - 16s
  • Maximal nutzbare Framerate: 3fps
Die Meade LPI ( Lunar Planetary Imager ) scheint auf den ersten Blick auf Grund des verbauten CMOS - Bildsensors nicht für die Astronomie geeignet. Meade hat sich dabei aber was gedacht, da, wie der Kameraname schon sagt, der Sensor für Mond und die großen Planeten ausreichend empfindlich ist.
Für DeepSky hat Meade die DSI im Programm, die dann aber gleich in einem ganz anderen Preissegment liegt. Die LPI kann zwar bis 16 Sekunden belichten, aber so richtig Deepskytauglich ist sie auf Grund des CMOS - Sensors nicht (und soll sie auch gar nicht!).
Blickt man unter die Haube (ins Gehäuse) der LPI, findet man eine "normale" Webcam vor.
Hier liegt ein Problem der LPI. Das Gehäuse besteht aus Plastik, welches nicht vollständig schwarz ist. Es lässt etwas Licht hindurch. Im unteren Teil der Cam sieht man die Status - LED hindurchscheinen. Dies kann Streulicht auf den Bildsensor bringen. Aber das Gehäuse ist dicht. So dicht, das eine Wärmeabfuhr der Elektronik und des Sensors unmöglich ist. Das erhöht das Bildrauschen. Öffnet man das Gehäuse, nimmt das Bildrauschen stark ab. Hier ist also eine Ventilation nötig.
Das Großte Problem hatte ich aber mit den Treibern:
Es gib nur Treiber für Win 2000/XP. Auf meinem Laptop habe ich Win98, auf dem Desktoprechner Vista. Was nun?
Nach einigen Internetsuchen fand ich eine Lösung. Der Treiber für die PC-Cam 602a VGA läuft einwandfrei mit der LPI und allen Betriebssystemen. Das bestärkt mich in der Annahme, das die LPI eine normale Webcam ist. Die Autostarsuite läuft nach "Rückumbenennung" der 602a in LPI in der Registry auch problemlos. So Meadeexklusiv scheint die LPI nicht zu sein.
Die LPI liefert aber, nach dem man die Hürden umschifft hat, ein sehr gutes Bild.


Vergleichsbilder

Als erstes Vergleichsobjekt habe ich mir eine Lufthutze auf einem Hochhaus ausgesucht. Die Kameras waren am 90/1200 Mak adaptiert.


Man erkennt hier deutlich das größere Gesichtsfeld der LPI, bei der Quickcam sind mehr Details zu erkennen.

Als zweites ein Vergleich am Mare Nectaris:



Auch hier wieder das größere Gesichtsfeld der LPI aufgrund des größeren Sensors mit größeren Pixeln. Das Bild der Quickcam zeigt zwar auch hier mehr Details, scheint aber etwas unschärfer als das der LPI.
 
   
 
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