Michas Astroseite
  Webcambilder
 
"
Mond - und Planetenbilder mit der Webcam

Viele Amateurastronomen wollen ihre Beobachtungen auch im Bild festhalten. Gerade im Gebiet Mond und Planeten bietet sich die umgebaute Webcam als Kamera an. Das ist wirklich die preisgünstigste Möglichkeit, ansehnliche Planetenbilder zu machen.

Was braucht man nun fürs so genannte Webcam-Imaging?
Nun, zunächst ein Teleskop, möglichst mit größerer Brennweite. Hat das benutzte Teleskop eine geringe Brennweite, so sollte eine Barlowlinse verwendet werden, um den Planeten in einer vernünftigen Größe abbilden zu können.  Eine Barlow macht aber durchaus auch bei schon langbrennweitigen Geräten Sinn. Aber Vorsicht! Das Verlängern der Brennweite reduziert auch das Licht, welches die Webcam verarbeitet.
Das Teleskop sollte halbwegs genau eingenordet sein, eine Nachführung ist keine Voraussetzung, erleichtert das Filmen aber merklich. Mit einem Dobsonmontierten Teleskop gehts also in gewissen Grenzen auch.
Dann natürlich die Webcam. Prinzipiell würden sich Webcams jeglicher Bauform - und Art eignen.
Um aber gute Ergebnisse erreichen zu könnnen, sollte der Bildwandler  möglichst lichtempfindlich sein.
Je lichtempfindlicher der Bildwandler ist, um so weniger muss die nachgeschaltete Elektronik verstärken.
Je mehr verstärkt wird, desto mehr rauscht es.
Meist werden Webcams mit einem lichtempfindlichen CCD-Bildwandler, vorzugsweise aus der Sony ICX-Serie, verwendet. Vertreter sind diePhillips TouCam PCVC 740 pro, SPC 900, die Logitech Quickcam pro 3000 und 4000 oder der Geheimtipp i-Tech i-Cam Tracer.
Das Objektiv der Webcam wird entfernt. Die objektivlose Kamera wird dann  per Adapter an den Okularauszug des Teleskops angebracht.
Befindet sich im Strahlengang des Teleskops eine Linse, so muss ein IR-Sperrfilter verwendet werden.
Natürlich wir noch ein Aufnahmerechner gebraucht, am besten ein Laptop (muss nicht der neueste sein), ein EEEPC tut es hier auch
Auf dem rechner wird eine Aufnahmesoftware benötigt, ich verwende VB-Webcam (www.astroexcel.de/webcam.htm).
Dieses Programm ist meiner meinung nach sehr anwenderfreundlich und resourcenschonend.

Nun muss das Ganze nur noch zeitgerecht raus an die frische Luft, damit das Teleskop ordentlich auskühlen kann. Das Ganze könnte dann in etwa so aussehen:
 
 
Wenn dann alles soweit steht und ausgekühlt ist, kann es los gehen. Als erstes das Teleskop ausrichten.
Dann VB-Webcam starten. Als erstes wird das Mikrofon der Webcam deaktiviert:
 

Dann wird das Bildformat eingestellt:
 

Die native Auflösung von 640x480 Pixeln wird am besten so gelassen. Mit Pixeltiefe und Komprimierung ist der Farbraum (de.wikipedia.org/wiki/Farbraum) und die Farbkomprimierung gemeint.
Die Größe gibt die Dateigröße eines Einzelbildes (Frame) an.

Nun wird noch die eigentliche Komprimierung des Videostreams eingestellt:
 

Hier kommt es jetzt darauf an, dass eine möglichst verlustfreie Kompressionsart eingestellt wird, damit keine Details im Rohbild verloren gehen. Die Auswahl ist hier von den auf dem rechner installierten Codecs abhängig. Steht genug Festplattenspeicher (mehrere GB) zur verfügung, kann man ruhig  "volle Einzelbilder, unkomprimiert"  nutzen. Da ist man auf jeden fall auf der sicheren Seite.

Nun kann das Objekt der Begierde mit dem Teleskop eingerichtet werden, in meinem Fall der Jupiter:
 

Jetzt kann es natürlich gut sein, dass man überhaupt nichts sieht. Um das obige Bild zu erreichen, brauchen wir zwei Dinge:
1.) einen gut justierten Sucher und
2.) das Controlpanel der Webcam:
 

Der Planet wird nun mit Hilfe des Suchers eingestellt und das Controlpanel der Webcam aufgerufen. Das Panel auf dem Bild ist das der Logitech Quickcam, die Panels anderer Webcams werden sich sicher unterscheiden. Die angesprochenen Boxen und Regler finden sich aber meist auch dort.
Nun wird erstmal alles auf "manuell" geschaltet. Im Weiteren sind nur die grün umrandeten Regler wichtig.
Die Regler "Verschlusszeit" und "Empfindlichkeit" werden auf Maximum gestellt. Oft sieht man nun schon die "Beugungsringe" des unscharf gestellten Planeten. Nun so lange den Fokus verändern, bis die helle Scheibe nicht mehr kleiner wird. Jetzt erst den Regler "Empfindlichkeit". dann den Regler "Verschlusszeit" so lange verändern, bis die Planetenscheibe nicht mehr überbelichtet ist. Dunkle Bereiche sollten noch zu erkennen, helle Bereiche nicht "ausgebrannt" sein. Eine zu hohe Einstellung des Reglers "Empfindlichkeit" hat Rauschen zur Folge, daher lieber den Regler "Verschlusszeit" etwas höher einstellen.
Jetzt kann aufgenommen werden:
 

Dazu aber vorher die Framerate auf 5 (5 Bilder pro Sekunde) einstellen. Durch USB 1.1 komprimiert nämlich die Kamera intern die Einzelbilder, wenn die Framerate zu hoch gewählt wurde, damit es keinen Datenstau in Richtung Rechner gibt. Bei 5 FPS ist man dahingehend auf der sicheren Seite..
Nun  eine ausreichende Anzahl von Frames aufnehmen (so zwischen 1000 und 3000 Frames durfen es schon sein) Die Anzahl der aufgenommenen Frames wird rechts neben der "Stopp"-Taste angezeigt.
Beim Jupiter aber durch seine hohe Eigenrotation aufpassen und da nicht mehr als eine Minute aufnehmen, sonst verschmiert dann das Summenbild.
Ein paar kleine Wackler sind hier nicht kriminell und werden durch die anschließende Videoauswertung korrigiert. Der Planet sollte nur im Gesichtsfeld bleiben (Sichwort: Handnachführung, Dobson).
Wurde eine ausreichende Anzahl von Frames erreicht, kann die Aufnahme entweder durch "ESC" oder durch den entsprechenden "Stop Video"-Button gestoppt werden:


Nun ist es oft so, dass man sich nicht so richtig sicher ist, ob man den Planeten nun halbwegs gut fokussiert bekommen hat. Ich verstelle dann den Fokus ganz leicht und nehme ein Video auf, dann verstelle ich den Fokus wieder ganz leicht in die entgegengesetzte Richtung und nehme wieder ein Video auf usw. So bekomme ich rund um den eigentlichen Fokus so ne Art "Schärfeserie" wo dann (so hoffe ich)
ein Video mit einem gut fokussierten Planeten dabei ist.
Was dann mit dem Video weiter passiert, erzähle ich in einer anderen Geschichte


 
   
 
=> Willst du auch eine kostenlose Homepage? Dann klicke hier! <=